Sadhguru: Wie du dein Leben erfährst liegt ganz bei Dir!

Der indische Mystiker, Yogi, Glücks- und Weisheitslehrer Sadhguru zu Gast bei „Impact Theory“ von und mit Tom Bilyeu.

Guru Sadhguru zu Gast bei „Impact Theory“


Alle Lebewesen streben danach, ihr volles Potential zu entfalten. Ein Apfelbaum will keine Eiche werden, aber ein voll entwickelter Apfelbaum.


Im Gegensatz zu anderen Lebewesen, denen die Natur ihr Verhalten mehr oder weniger strikt vorgegeben hat, kann der Mensch bewusst und willentlich entscheiden, was er aus seinem Leben macht, wie er sein Potential entfaltet.

Es gibt dabei prinzipiell keine Begrenzung für dich, du kannst soweit gehen, wie du erstrebst, bzw. so weit, wie du dich traust und bereit bist, zu gehen.

Wenn wir also darüber sprechen, das menschliche Potential zu erreichen, dann geht es dabei nicht darum, einen festgelegten Höhepunkt zu erreichen, sondern es handelt sich um eine offene Entwicklung.


Das Leben ist eine Kombination einer bestimmten Zeitspanne und der Energiemenge, die wir darin aufbringen.

Die Zeit vergeht unabhängig von uns und dem, was wir damit machen, ob wir uns glücklich oder miserabel befinden, sie vergeht in jedem Falle und für alle gleich.


Der Unterschied, den wir machen können, betrifft die Energie. Wenn du genug Energie und Willen aufbringst, kannst du etwas in einem Jahr erreichen, wofür jemand anderes 10 Jahre braucht.

… Dein 100 Jahre dauerndes Leben kann dann einen Einfluss auf deine Mitwelt haben, als hättest du 1.000 Jahre gelebt.

Wie bedeutend und einflussreich du bist, hängt meiner Ansicht nach vor allem davon ab, wie bewusst du bist und dein Leben führst.
… Denn wenn du in zwanghaften, triebgesteuerten, täglichen Kreisläufen lebst (also schlechten Gewohnheiten nachgehst) (im Original: Compulsive Cycles), verschwendest du eine Menge Energie an viele Dinge.


Wenn du ein wenig sensibel bist, wirst du feststellen: Du bist dein eigenes größtes Problem.


Daran arbeite ich mit Leuten: Meine Gedanken, meine Gefühle, mein Körper stellen niemals ein Problem für mich dar; meine Gedanken, Gefühle, mein Körper, meine Energie sind meine funktionellen hilfreichen Instrumente, und keine Behinderung.

Tom: Wie können wir aus diesen kompulsiven, getriebenen, gewohnheitsmäßigen täglichen körperlichen und geistigen Zyklen ausbrechen?

Sadhguru: Jeder möchte eine Lösung, aber kaum jemand möchte in die Ursachen seiner Probleme eintauchen.

Zwang (Compulsion) heißt, immer und immer wieder in den Zirkel zu gehen (in bestimmte Denk- und Verhaltensmuster).
.. Alles Physische/Physikalische befindet sich in zyklischer Bewegung, auf kleinster und auf größter Ebene des Kosmos.
… Die gesamte Natur ist aus zyklischen, sich immer wiederholenden, Bewegungen/Prozessen entstanden, das heißt, aus Zwanghaftigkeit/oder Zwangsmäßigkeit heraus (out of compulsiveness).

Verstehe diese zyklische, natürliche Zwanghaftigkeit aller Erscheinungen nicht als etwas Schlechtes. Sie ist die Basis deiner Existenz. Sie ist eine gute Ausgangsbasis/Plattform.

ABER: Du sollst auf dieser Plattform stehen und willentlich agieren – statt dessen bist du zu der Plattform geworden, eins mit ihr geworden! So wird jemand anderes auf dir tanzen. [lacht] …

Sadhguru fragt Tom Bilyeu: Was bedeutet „Impact“ (Auswirkung, Einfluss) für dich – einen Fußabdruck zu hinterlassen?

Antwort Tom: Menschen dabei zu helfen, ihr Potential zu realisieren. … Wachstum (Selbstentwicklung) ist die Grundlage für Freude/Glücklichsein (joy).

Entgegnung Sadhguru: Warum? – Glück ist die Grundlage von Wachstum! .. Nur wenn du in einem angenehmen, freudvollen Zustand bist, arbeitet dein Gehirn (nachgewiesenermaßen) am besten.

… Was auch immer du erreichen willst, immer geht es darum, wie gut du deine körperlichen und deine mentalen Prozesse beherrschst/nutzbar machen kannst. – Ob dein Körper und dein Geist für dich arbeiten oder gegen dich, macht einen großen Unterschied!

Also, offensichtlich kommt zuerst Freude, dann Wachstum.
Wenn du immer freudvoll bist und keine Angst vorm Leiden hast, weil du verstanden hast, dass alles menschliche Erleben aus dir selbst kommt, .. dann ist Wachstum möglich und wird unterstützt.

Wenn du aber Angst hast, zu leiden und zu fallen, wirst du nicht hoch hinaus wachsen, richtig?! [11:49]

Ob ich glücklich oder miserabel und verstört bin, dies zu entscheiden, dieses Privileg habe ich mir vorbehalten. Unabhängig von dem Drama da draußen.

Dinge laufen unabhängig von mir, nicht immer zu meinem Vorteil, manchmal sogar gegen mich. So ist es nun einmal und es ist gut so. (Was bliebe für mich, wenn alles in DEINEM Sinne laufen würde?:)

Tom: Wie können wir unseren Kindern helfen, nicht in diese Fallen (traps) zu laufen (und ein unbewusstes, zwang-gesteuertes Leben zu führen)? (…“when we raise them“..)

Antwort: Wie viele Eltern würden sich trauen, ihr Kind dazu zu ermutigen, sich nicht mit seinen Eltern zu identifizieren, nicht mit der Religion, der Rasse, der Nation der sie selbst angehören? Diese Identifikation ist in unserer Kultur heilig, und sie zerstört das menschliche, individuelle Potential !

Sadghuru macht dieser Ausdruck: „I was raised in/as a…“ traurig. „Kühe und Schafe kannst du aufziehen/großziehen (raise), nicht menschliche Wesen. Diese musst du kultivieren, ihnen Raum, Liebe, Unterstützung geben.

Ein Mensch wächst, da jeder Mensch zu einer individuellen Möglichkeit fähig ist.

Unsere Kinder müssen nicht so aussehen wie wir, nicht so denken, sich nicht so verhalten wie wir. .. Ein Kind ist kein Vermächtnis/Nachlass (legacy) – es ist ein Leben, ein individuelles Leben.
[15:50]

Wir müssen ein Kind so „kultivieren“, dass es weiß, dass es wichtiger ist, aus seiner intrinsischen (inneren, individuellen) Intelligenz heraus zu handeln und zu entscheiden, und äußere Einflüsse für es unwichtig sind. Mithilfe seiner intrinsischen Intelligenz sein volles Potential zu finden, ist wichtig.

Tom: Du sagtest einmal: Jedes Mal, wenn du einen Glauben annimmst, machst du eine Schlussfolgerung (conclusion), und jede Schlussfolgerung ist ein kleiner Tod; wie eine Türe zu etwas zu verschließen.

Sadhguru: Ja. Schau dir dein Foto an, auf dem du fünf Jahre alt bist: Du lächelst über beide Ohren. Jedes kommende Jahr siehst du etwas ernster aus. Was ist das?

Du stirbst in Raten.

Je mehr Schlussfolgerungen du ziehst, desto weniger lebendig wirst du.
… Leute nennen das Wissen, aber es ist kein Wissen, ist sind Schlüsse/Schlussfolgerungen. Dabei wissen wir im Grunde kaum etwas. … Was sind die 90% Leere in einem Atom, oder im Universum? Wir wissen nicht, was diese Leere beinhaltet/oder ist.

Es ist, als wenn ich dir ein Puzzle mit einer Millionen Teile gebe. Und du hältst drei Teile davon in den Händen und machst dir ein Bild.

Tom: Du sprichst davon, dass die einzige Möglichkeit, eine Veränderung (oder Wissen) zu erreichen oder zu erlagen, ist, nach innen zu schauen/zu gehen. Wie machen wir das, arbeiten wir an Achtsamkeit, Bewusstheit, …?

Du nimmst wahr, dass du hier bist, durch deine 5 Sinne. … Es ist leicht, andere zu beobachten und zu beurteilen, aber schwer, sich selbst angemessen zu betrachten.

Tom: Wie bist du, Sadghuru, zu deiner Weisheit gelangt? … einfach durch das Gehenlassen von Glaube und Dogma..?

Sadhguru: … Glaube und Dogmata fallen zu lassen, ist nicht einfach. [lacht]

Leute sind dort, wo sie sind, aufgrund dessen, was sie glauben. Ohne das, wissen sie nicht, wo sie hingehören.

Ohne Glaube/Dogma zu leben, ist eine Sache, aber gleichzeitig involviert zu sein mit allem, dazu braucht es einiges.

Die meisten Menschen gehören irgendwo dazu, sind aber nicht wirklich INVOLVIERT in diese Dinge. Dazugehören (belonging) ist wie eine Lebensversicherung. Sie ist einfach da. Involviertsein, dazu braucht es dich, aktiv!

Dazugehören/Angehören, Glauben, sich mit etwas zu identifizieren (belonging, believing, identifiying with) heißt, du hast einen Weg gefunden, durch dein Leben zu schlafwandeln. Das heißt, du bist anteilsmäßig tot. Es nimmt das Lebendige, das in dir blubbert, weg.

Wir wissen einiges, können einiges nutzbar machen und manipulieren, aber im Grunde wissen wir kaum etwas (über die Phänomene des Lebens und dieser unserer Existenz)

[23:40]
Sadhguru: Angenommen wir schalten alle Lichter in diesem Raum aus und machen es stockfinster. Wirst du bei jedem einzelnen Schritt, den du nun machst, vollkommen aufmerksam und wach sein, oder schlafen? – Vollkommen wach. Warum? Weil du nicht weißt, wo der nächste Schritt hingeht.

WENN DU SO LEBST, BIST DU NATÜRLICHERWEISE AUF DER SCHNELLSTRAßE ZUR ERLEUCHTUNG.

Menschen glauben, weil es bequem ist. (und beruhigend –> „einschläfernd“) „Glauben“ heißt, dass ich konkrete Annahmen zu etwas mache, von dem ich nichts WEIß.

Wo kommt Glaube her: Wenn du so tust, als wüsstest du etwas, worüber du nichts weißt. Das ist Glaube.

Aber glauben kannst du schlecht allein. Du brauchst 100 weitere Leute um dich herum (die ebenfalls diesem Glauben anhängen).

DESWEGEN SIND GLÄUBIGE IN DER GRUPPE, SUCHENDE SIND ALLEIN.

Du brauchst das Suchen nicht „zu kultivieren“, es ist intrinsisch zur menschlichen Intelligenz. … Wenn du nichts lernst/beibringst, ist jeder ein Suchender.

Aber Menschen wollen suchen mit dem Polster des Glaubens. Sie wollen in einem Glaubenssystem (belief system) sein, und dann suchen. Das ist, als wenn du dein Boot am Steg anbindest und dann anfängst, zu rudern. Oder wie das Gehen auf dem Laufband. Es ist gut, es dient dazu, deine Muskeln zu trainieren. .. Aber wenn du irgendwo hinkommen willst, kannst du dein Boot nicht festbinden. Lass es gehen. Selbst wenn du nicht ruderst, wird es irgendwohin treiben. …

Tom: Was meint Verantwortung (responsibility)

Sadhguru: Es ist die Fähigkeit (ability) zu antworten (to respond) (Verantwortung zu übernehmen).

Tom: Wie übst du, so offen und heiter zu bleiben?

Sadhguru: Leben! Leben ist Offenheit. Tod ist schließen/Verschlossenheit. Leben ist eine Möglichkeit.

Wenn du einfach lebendig bist, ist alles geöffnet.

Nehmen wir an, ich hasse dich, und ich möchte nicht die Luft atmen, die du atmest; deswegen halte ich die Luft an. Ich werde sterben deswegen!

Das tuen Leute sich selbst an!: „Ich mag diesen und jene nicht, diesen mag ich, das gehört zu mir, das gehört nicht zu mir – sie bringen sich selbst um, Schritt für Schritt! [Durch preferences, Neigung und Abneigung, siehe auch Michael A. Singer)

Gibt es eine Kernbotschaft von dir an die Menschen?

Sadhguru:
Die Quelle deines Erlebens ist in dir. Alles kommt von innen.

Wenn ich verstehe, dass die Quelle von Glücksempfinden und Leiden in mir selbst liegt, dass ich diese produziere, dann kann ich mich dafür entscheiden, Glück/Freude/Liebe zu wählen! [indem ich mein Herz niemals verschließe!, siehe a. Michael Singer]

Die Bedeutung von Karma: Wenn wir sagen, dein Leben ist dein Karma, dann sagen wir: dein Leben ist komplett deine eigene Produktion.

Was in mir passiert – bei allen äußeren, unkontrollierbaren Einflüssen – liegt 100 Prozent in/bei mir. — Wenn du das nicht beherzigst, bist du ein „Unfall im Leben“. (accident in life)

Jeder Zufall, der dir begegnet (jedes zufällige, unkontrollierbare Ereignis!) ruft Angst in dir hervor.

Fokus/Konzentration üben: Das langsame Tropfen des Wasserhahns beobachten z.B. – Die Idee dahinter: Etwas zu beobachten, das keine Relevanz für dich hat:

Du hast das Universum geteilt: Das ist wichtig, das ist unwichtig, diese Person ist wichtig für mich, diese ist unwichtig. … Auf diese Art wirst du niemals Wissen erlangen! Nicht-unterscheidende Aufmerksamkeit (indiscriminate focus)!

Egal mit wem ich mich unterhalte, ich bin derselbe, auf dieselbe Art. Nicht-urteilend, nicht-unterscheidend.

NUR WENN DU NICHT-UNTERSCHEIDEND AUFMERKSAM BIST, WIRD SICH DIR DAS UNIVERSUM ÖFFNEN.

Wie willst du dich dem Leben öffnen, wenn du so verstopft bist in deinem Kopf, wenn du nur drei, vier Menschen oder Dinge magst?

LEBEN findet statt, aufgrund seiner Offenheit. Sobald du Türen (in dir) verschließt, stirbst du in Raten.

Wenn du einmal sterben wirst, ist das Spiel vorbei. Das ist ok. .. Aber wenn du halb-tot bist (durch dein Leben schlafwandelst), das ist endlose Folter für dich selbst, und natürlich teilst du dieses Leid mit jedem anderen in deinem Leben. …

Der Unterschied zwischen Schmerz und Leiden: [35:00]
Schmerz ist physiologisch, er ist ein Selbstschutz-Mechanismus. Er passiert im Körper.

Aber Leiden (suffering) passiert in deinem Verstand. Du nimmst den Schmerz deines Körpers in deinen Verstand, und wiederholst und verfielfachst ihn hunderte oder tausende oder Millionen Male.

Menschen leiden an etwas, das ihnen vor 10 Jahren widerfahren ist. Und sind beunruhigt wegen etwas, das sich übermorgen ereignen könnte. Sie leiden nicht am „Leben“. …

Menschen leiden an zwei dem Menschen eigenartigen Phänomenen: Einem lebendigen Gedächtnis und einer fantastischen Imaginationskraft. [36:41]

Tom: Warum kommen heutzutage Depressionen, Ängstlichkeit und Selbstmorde so oft vor?

Sadhguru: Zum einen Bedarf es heute (in der westlichen Welt) keines großen Aufwandes mehr, um zu überleben. Wenn du täglich mehrere Male pro Tag einen oder mehrere Kilometer mit einem Eimer zu einer Quelle oder einem Fluss laufen müsstest, um dich und deine Familie mit Wasser zu versorgen, glaub mir, du hättest keine Zeit für sorgenvolle und grübelnde Gedanken.

Heute hast du mehr Zeit um dich selbst schlecht zu machen/zu denken (to mess yourself), da die Erfüllung unserer grundlegenden Bedürfnisse besser organisiert ist denn je.

Zum anderen wissen die meisten Menschen nicht, wie sie ihre Körperchemie günstig beeinflussen können ohne körperlich aktiv zu sein.

Selbst in Indien, wo die Familienstrukturen noch besser sind als im Westen, brachten sich im Jahre 2017 18.600 Minderjährige um. Junge Menschen, die eigentlich vor Lebensenergie sprudeln müssten, wollen sich ihr Leben nehmen – warum? Offensichtlich läuft etwas in unserer Zivilisation gewaltig falsch, oder?

Unsere Ziele und unsere dummen Vorstellungen von Erfolg machen diese Kinder verrückt/miserabel.

Weil wir unsere Kinder wie Rennpferde benutzen.

Wenn du das Leben als ein Rennen verstehst, was heißt das. Bei einem Rennen musst du möglichst schnell die Ziellinie erreichen. Was ist eine Ziellinie des Lebens?
Tom: Der Tod.
Sadhguru: Richtig. Auf einer unbewussten Ebene versteht das Leben in dir dies dann so.

[39:22]
Du musst verstehen: Gerade jetzt im Moment, wenn du dich selbst miserabel machst/denkst (negative Gedanken und Gefühle hegst) sendest du jeder einzelnen Zelle in deinem Körper die Botschaft: Ich will nicht leben.

Wenn du dich schlecht/unglücklich fühlst, wird dein ganzer Körper schwer und kraftlos, du möchtest kaum aufstehen.

Wenn du fröhlich bist, bist du auch körperlich voller Energie.
Warum ist das so? Weil du (wenn du dich miserabel fühlst), deinen Zellen die Botschaft schickst: Dieser Typ/diese Frau will sterben. Und die Zellen denken: Ok, was können wir machen, um ihm zu helfen.

Aber dann erholst du dich natürlich wieder. Und so geht das hin und her (du willst sterben, du willst leben, …) und dein Körper gerät durcheinander.

Du musst verstehen, dein Körper ist sehr intelligent. Er nimmt Instruktionen von dir auf. Jede einzelne Zelle hat eine enorme Menge an Intelligenz und Erinnerungsvermögen.

Wenn du dem Körper schlechte Botschaften sendest, muss er reagieren. Wenn du ihm widersprüchliche Botschaften sendest: bist du halb-tot.

Wie auch immer du es ausdrücken willst: Im Grunde genommen hast du deine Intelligenz gegen dich selbst benutzt.

Eigentlich sollte deine Intelligenz für dich arbeiten, aber nun hast du sie gegen dich gerichtet und sie arbeitet gegen dich.

Tom: Was genau ist „Inner Engineering“ ?(etwa: inneres technisches Erarbeiten) (->Sadhgurus engl. Buchtitel: „Inner Engineering: A Yogi’s Guide to Joy“*)

Sadhguru: Würdest du mir zustimmen, dass unsere heutige Gesellschaft mithilfe ihres Verständnisses von Wissenschaft und Technik das Leben so leicht und komfortabel gemacht hat, wie niemals zuvor?
(Ja.)
Wir sind die Generation in der Geschichte der Menschheit, die es am komfortabelsten hat.

Genauso, wie es eine Wissenschaft und Technik für unser äußeres Wohlsein gibt, gibt es eine Wissenschaft und Technik für unser inneres Wohlbefinden.

Unglücklicherweise ignorieren dies die meisten Kulturen heutzutage und denken: wenn wir gute äußere Bedingungen schaffen, ist alles in Ordnung.

In den USA, mit dem wohlhabensten Land der Erde, sollen 70% der Menschen unter irgendeiner Medikamentation stehen.

Tom: Wie kann man dich am besten erreichen bzw. von dir lernen?

Sadhguru: Darüber reden gibt dir neue Ideen. Wichtig ist, entsprechend zu handeln, die Sachen umzusetzen.

Wir haben das Programm „Inner Engineering“ speziell für Menschen aus wohlhabenden Gesellschaften in mehrere Unterschritte aufgeteilt. Hinweis auf Website: isha.sadhguru.org

Unsere Organisation ist eine komplette Freiwilligen-Organisation. Wir sind nicht professionell in unserer Arbeitsweise, und darauf bin ich stolz. Denn ich bin nicht daran interessiert, wie viel jemand tut, sondern ich bin sehr interessiert, WIE er etwas tut. [44:00]

Der Inhalt unseres Lebens wird nicht unser Leben verändern, es ist der Kontext unseres Lebens, der unser Leben verändert.

Tom: Wie können Menschen den Kontext ihres Lebens verändern?

Sadhguru: Darum geht es beim „Inneren Konstruieren“.

… Das hier ist ein lebendiger Kosmos. Jeder ist frei sich soviel davon zu nehmen, wie er/sie möchte. Wenn du eine bedeutsame Menge an Leben ergreifst, wird dein gesamtes Leben ein bedeutendes sein. Wenn nicht, wirst du ein durchschnittlichs Leben haben/sein.

Das ist es worauf es ankommt: Nicht das Wissen, das du in deinem Kopf ansammelst, nicht die Muskeln mit denen du deinen Körper bepackst, sondern das Ausmaß an Leben/deine Lebendigkeit.

Wenn du in einer wunderschönen Welt leben willst, was heißt das? Schön heißt nicht nur der Blick aufs Meer oder so etwas. Schön heißt, das menschliche Leben ist schön/erfreulich, in jedem einzelnen Individuum.

Die Frage ist nicht, was ich trage, womit ich fahre, wo ich wohne, sondern wie ich BIN in mir selbst.

Was wir in diesem Leben tun können ist eine Frage der Zeit, in der wir leben. Wir tun Dinge gemäß der Zeit. Aber die (innere) menschliche Erfahrung ist durch alle Zeiten hindurch konstant. Du kannst entweder voller Glücksgefühl sein, oder miserabel. So ist es immer gewesen und so wird es immer sein.

Wie wir uns in uns selbst befinden, ist immer eine Möglichkeit. Und Möglichkeiten müssen gemanagt werden.

Ob wir einen Ultramarthon laufen oder den Mount Everest besteigen, ist eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Neigung.

Aber dass jeder Mensch sich glücklich und lebendig fühlt, das ist ein Ziel, und es ist erreichbar.

Transkription aus dem Englisch-sprachigen Interview: Michael Csöff von Zendezeiten

Zum Buch von Sadhguru:

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„Wenn du des Morgens aufwachst, danke für das Morgenlicht, für dein Leben, für deine Kraft. Sei dankbar für dein Essen und Trinken und für die Freude, leben zu dürfen. Wenn du keinen Grund siehst, dankbar zu sein, liegt das nicht an der Welt, sondern an dir selbst.“

 

Tecumseh, Nordamerikanischer Eingeborenenführer (Shawnee)

Programmierung

Was meinst Du? Wollen die etablierten Medien, einschließlich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, uns inzwischen insgesamt als komplett informierte, aufgeklärte, selbstbewusste, freie Bürger – und Individuen? Weiterlesen

Wahre Liebe

„Solange du nicht dich selbst und die universale / göttliche / kosmische Liebe in dir gefunden hast und sie empfindest und spürst, kannst du nicht wirklich lieben. Die Allermeisten, die meinen und sagen, sie lieben jemanden, haben in Wirklichkeit vor allem die Sehnsucht nach dem Gefühl, umgekehrt von diesem jemand Liebe zu erhalten, da sie eine starke Leere in sich spüren…“

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Wer bist Du?

Kennst du sie auch, diese vage Sehnsucht nach einem tief empfundenen Sinn in deinem Leben? Den Wunsch nach mehr Leichtigkeit, Entfaltung, Freude, Liebe, Freiheit. Nach Spiritualität, Richtung. Erkenntnis.

Wessen Leben leben wir?

Wir haben ein Bild von uns vor Augen – teils bewusst, teils unbewusst – und wir leben unser Leben gemäß diesem Bild. Wir denken, fühlen, sprechen und handeln entsprechend. Weiterlesen